SEO selber machen: 20 Schritte, die Sie ohne Agentur schaffen
Ein großer Teil der Suchmaschinenoptimierung ist Handarbeit, keine Geheimwissenschaft. Diese 20 Schritte können Sie selbst umsetzen – und drei davon bringen schon den Großteil.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die ersten sechs Schritte kosten einen Arbeitstag und bringen bei den meisten kleinen Websites den größten Teil des Effekts.
- Der einzelne größte Hebel: für jede Leistung eine eigene Unterseite statt einer Sammelseite mit Stichpunkten.
- Drei kostenlose Werkzeuge genügen – Search Console, PageSpeed Insights, ein Bildkomprimierer.
- Selbermachen endet dort, wo Serverkonfiguration, Weiterleitungspläne und strukturierte Daten anfangen.
Was Sie brauchen, bevor Sie anfangen
Diese Anleitung setzt drei Dinge voraus: Sie kommen an Ihre Website heran und können Texte und Seitentitel ändern. Sie haben Zugriff auf Ihr Google-Unternehmensprofil oder können ihn beantragen. Und Sie haben ein paar Stunden, die Sie nicht am Stück brauchen, aber verlässlich.
Kein Vorwissen nötig, keine bezahlten Werkzeuge. Was Sie nicht erwarten sollten: dass zwanzig Schritte aus einer schwachen Website eine starke machen. Wenn Ihre Seite technisch veraltet ist oder inhaltlich nichts hergibt, verschiebt diese Liste das Problem nur. Dann ist ein Neubau ehrlicher – und oft günstiger als jahrelange Reparatur.
Schritt 1 bis 6: die Grundlagen
Diese sechs Schritte schaffen die Voraussetzung, überhaupt beurteilen zu können, ob etwas wirkt. Erledigen Sie sie zuerst und vollständig, bevor Sie einen Text anfassen.
- 01
Search Console einrichten
Kostenlos, dauert zwanzig Minuten, und ohne sie arbeiten Sie blind. Die Search Console zeigt, für welche Suchbegriffe Sie erscheinen, auf welcher Position und wie oft geklickt wird. Alles Weitere in dieser Liste wird an diesen Zahlen gemessen.
- 02
Sitemap einreichen
Fast jedes System erzeugt automatisch eine Datei unter /sitemap.xml. Diese Adresse einmal in der Search Console hinterlegen – damit weiß Google, welche Seiten es gibt, statt sie erraten zu müssen.
- 03
Prüfen, was überhaupt im Index ist
Geben Sie site:ihredomain.de bei Google ein. Fehlen wichtige Seiten, ist das ein technisches Problem, kein Textproblem. Erscheinen Seiten, die niemand sehen soll – Testseiten, Danke-Seiten, Dubletten –, gehören sie auf noindex.
- 04
Google-Unternehmensprofil vervollständigen
Für jeden Betrieb mit Kunden aus der Umgebung der schnellste messbare Effekt überhaupt. Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten, echte Fotos, Beschreibung. Kostet nur Zeit.
- 05
Kontaktdaten überall angleichen
Firmenname, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Google-Profil, Facebook, Branchenbüchern und Rechnungen exakt identisch geschrieben sein – bis zur Abkürzung von Straße. Widersprüche kosten Vertrauen, und zwar bei Google wie bei Sprachmodellen.
- 06
Auf dem eigenen Telefon testen
Rufen Sie Ihre Seite im Mobilfunknetz auf, nicht im WLAN. Zählen Sie die Sekunden bis zum ersten lesbaren Text. Über drei Sekunden ist ein Problem, über fünf ein dringendes. Diese Messung ersetzt kein Werkzeug, aber sie ist ehrlich.
Schritt 7 bis 13: Inhalte und Struktur
Hier liegt die eigentliche Arbeit – und der größte Teil des Ergebnisses. Wenn Sie nur drei Schritte dieser gesamten Liste umsetzen können, nehmen Sie Nummer 7, 8 und 12.
- 01
Die zehn echten Kundenfragen aufschreiben
Nicht Keywords, sondern Sätze, wie sie am Telefon fallen. „Was kostet so etwas?“, „Wie lange dauert das?“, „Machen Sie das auch in Neuss?“ Diese Liste ist der Bauplan für alles Weitere.
- 02
Pro Frage eine eigene Seite
Eine Sammelseite „Leistungen“ mit acht Stichpunkten rankt für nichts. Acht Unterseiten, die je eine Leistung vollständig erklären, ranken für acht Themen. Das ist der größte Einzelhebel dieser Liste.
- 03
Doppelte Seiten zusammenlegen
Zwei Seiten zum selben Thema machen sich gegenseitig Konkurrenz, und Google entscheidet willkürlich, welche es zeigt. Die schwächere per Weiterleitung auf die stärkere umleiten und deren Inhalt einarbeiten.
- 04
Seitentitel neu schreiben
Rund 55 Zeichen, beginnend mit dem, wonach gesucht wird, danach der Ort oder ein Unterscheidungsmerkmal, am Ende der Firmenname. „Startseite“ und „Willkommen“ verschenken die wertvollste Zeile, die Sie bei Google haben.
- 05
Meta-Descriptions als Werbetext behandeln
Rund 150 Zeichen, die zum Klick überreden – ein Nutzen und ein konkreter Grund. Sie beeinflussen die Position nicht direkt, aber die Klickrate, und die wirkt sich aus.
- 06
Antwort nach oben ziehen
Jede Seite beginnt mit zwei Sätzen, die die Frage beantworten. Erst danach folgen Herleitung, Beispiel und Details. Das hilft Lesern, senkt die Absprungrate und ist zugleich die Grundlage dafür, in KI-Antworten zitiert zu werden.
- 07
Intern verlinken, im Fließtext
Von jeder Seite auf zwei bis drei thematisch passende andere Seiten verweisen, mit einem sprechenden Linktext statt „hier klicken“. Interne Verlinkung ist der am meisten unterschätzte kostenlose Hebel überhaupt.
Eine Sammelseite „Leistungen“ mit acht Stichpunkten rankt für nichts. Acht Seiten, die je eine Leistung vollständig erklären, ranken für acht Themen.
Schritt 14 bis 17: Technik, die Sie selbst schaffen
Technisches SEO klingt nach Serverraum, besteht im Alltag aber zum großen Teil aus Aufräumarbeiten, für die man kein Studium braucht.
- 01
Bilder verkleinern und umbenennen
Kein Bild größer als 250 Kilobyte, Dateiname beschreibend statt IMG_4711.jpg, Format WebP. Auf den meisten Websites ist das allein für die halbe Ladezeit verantwortlich.
- 02
Alternativtexte ergänzen
Jedes inhaltlich relevante Bild bekommt eine kurze Beschreibung dessen, was zu sehen ist. Das ist Barrierefreiheit, hilft der Bildersuche und ist in wenigen Stunden erledigt.
- 03
Überschriften ordnen
Eine einzige H1 pro Seite, darunter H2 für Kapitel, H3 für Unterpunkte. Überschriften sind Struktur, keine Schriftgröße – wer H-Ebenen zur Optik verwendet, verwirrt Google und Screenreader gleichermaßen.
- 04
Defekte Links und Weiterleitungsketten beseitigen
Nach jedem Relaunch bleiben Adressen zurück, die ins Leere führen oder über drei Stationen umgeleitet werden. Beides kostet Vertrauen und Ladezeit. Ein kostenloser Crawler findet sie in Minuten.
Schritt 18 bis 20: Außenwirkung
Der letzte Block ist der langsamste und der einzige, den Sie nicht allein steuern können – er hängt an anderen Menschen. Umso wichtiger ist, dass Sie regelmäßig darum bitten, statt zu warten.
- 01
Aktiv um Bewertungen bitten
Nach jedem abgeschlossenen Auftrag, persönlich und mit direktem Link. Bewertungen wirken doppelt: auf die lokale Platzierung und auf die Entscheidung des Lesers. Niemals kaufen – gekaufte Bewertungen sind erkennbar und riskant.
- 02
In die richtigen Verzeichnisse eintragen
Wenige, dafür relevante: Branchenverband, Innung, Handwerkskammer, örtlicher Gewerbeverein, das große Portal Ihrer Branche. Massenanmeldungen in hundert Linkverzeichnissen bringen nichts und können schaden.
- 03
Anlässe für echte Erwähnungen schaffen
Ein abgeschlossenes Projekt beim Kunden auf dessen Website, eine Nachricht in der Lokalpresse, ein Vortrag, eine Sponsoring-Nennung. Einzelne solcher Verweise wiegen mehr als jede gekaufte Linksammlung.
Die 80/20-Reihenfolge, wenn die Zeit knapp ist
Falls Sie nur einen einzigen Tag investieren können, machen Sie das hier – in dieser Reihenfolge: Google-Unternehmensprofil vervollständigen, Kontaktdaten überall angleichen, Seitentitel für die fünf wichtigsten Seiten neu schreiben, Bilder komprimieren, für Ihre meistgefragte Leistung eine eigene Unterseite anlegen.
Das sind fünf Punkte aus zwanzig und erfahrungsgemäß der weitaus größte Teil des Effekts, besonders bei lokal tätigen Betrieben. Alles Weitere schärft nach. Wenn Sie danach wissen wollen, was das kostet, wenn es jemand für Sie macht: Wir schlüsseln das unter SEO-Kosten offen auf.
Wo Selbermachen sinnvollerweise aufhört
Es gibt Bereiche, in denen Ausprobieren mehr Zeit kostet als delegieren – und Bereiche, in denen ein Fehler teuer wird. Diese sechs gehören dazu:
Hier wird es aufwendiger als lohnend
- Ladezeit-Optimierung, die über Bilder hinausgeht – Serverantwortzeit, Render-Blocking, Caching
- Neuaufbau der Seitenstruktur inklusive Weiterleitungsplan
- Strukturierte Daten für Leistungen, Standort, Bewertungen und FAQ
- Internationale oder mehrsprachige Websites
- Onlineshops mit Filtern, Varianten und Paginierung
- Analyse, warum eine Seite trotz guter Inhalte nicht rankt
Das heißt nicht, dass Sie diese Punkte nicht lernen können. Es heißt, dass die eingesetzte Zeit in den meisten Betrieben anderswo mehr einbringt. Was davon bei Ihnen überhaupt relevant ist, klären wir in zwanzig Minuten – siehe SEO-Optimierung.
Häufige Fragen zum Selbermachen
Wie viel Zeit muss ich einplanen?
Für die ersten sechs Schritte reicht ein konzentrierter Arbeitstag. Die Inhaltsarbeit ist der große Block: Rechnen Sie mit zwei bis vier Stunden je neuer Unterseite, wenn Sie den Text selbst schreiben. Danach genügen ein bis zwei Stunden im Monat, um die Search Console zu prüfen und nachzubessern. Wer versucht, alles an einem Wochenende zu erledigen, gibt meist bei Schritt neun auf.
Welche kostenlosen Werkzeuge brauche ich?
Drei genügen: die Google Search Console für Positionen und Klicks, PageSpeed Insights für die Ladezeit und ein Bildkomprimierer. Alles andere ist Komfort. Bezahlte Werkzeuge lohnen sich erst, wenn Sie regelmäßig Suchbegriffe recherchieren oder Wettbewerber beobachten – für eine Website mit zehn Unterseiten ist das überdimensioniert.
Reicht ein WordPress-Plugin nicht aus?
Ein SEO-Plugin ist ein Formular, kein Optimierer. Es stellt Felder für Titel und Beschreibung bereit und erinnert Sie an Fehlendes – ausfüllen müssen Sie es selbst. Die grünen Ampeln solcher Plugins bewerten außerdem nur Formalien wie Keyword-Dichte, nicht die Qualität der Antwort. Nützlich als Werkzeugkasten, wertlos als Strategie.
Schadet es, wenn ich etwas falsch mache?
Die meisten Fehler in dieser Liste sind harmlos und jederzeit korrigierbar. Zwei Ausnahmen: Weiterleitungen beim Zusammenlegen von Seiten sollten Sie sorgfältig setzen, sonst verlieren Sie aufgebaute Positionen. Und ein versehentlich gesetztes noindex auf der Startseite nimmt Sie komplett aus Google – prüfen Sie das nach jeder größeren Änderung.
Wann lohnt sich trotzdem eine Agentur?
Wenn Sie die Liste abgearbeitet haben und trotzdem nichts passiert, liegt es meist an Technik oder Struktur – Bereiche, in denen ein Blick von außen schneller zum Ziel führt als Ausprobieren. Ebenso, wenn Ihre Zeit anderswo mehr wert ist: Vier Tage eigene Textarbeit sind für viele Betriebe teurer als der Auftrag. Ein ehrliches Erstgespräch kostet nichts und sagt Ihnen, ob überhaupt Potenzial da ist.